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Die Wand der Verflossenen

"Ich grüße Euch, Verflossene!
Doch - wo seid Ihr die ganze Zeit über gewesen?
Real anwesend meine ich, denn in meinen Gedanken ward Ihr immerfort.
Ihr berührtet mein Herz mal stärker, mal lang anhaltender und ließet es blutend, sehnsüchtig oder fraglich blutdürstend zurück.."

Der Redner hielt inne, sein Blick sank zum Kies herab. Als er wieder aufblickte, wurde klar, dass er entschlossen war -

"Der Drang zu ´Mehr´, zu ´Besserem´ ward der rote Faden meines Leidens, immer dem Konjunktiv hinterher hastend, sich nicht zufrieden gebend oder als Person keine Zufriedenheit in Eurem Sinne ausstrahlend.
Was blieb waren Momente der Schönheit, des Schmerzes und der Sucht.
Hiermit winke ich zum Goodbye und denkt immer daran: Es ist nur die Tat ansich!
Die Erinnerung an Euch soll nicht ausgelöscht werden - sie soll jedoch daran gehindert werden, sich immer greifbar präsent in die Jetzt-Zeit einzumischen!"

Eine Reihe von unbekleideter Schaufensterpuppen, die künstlichen Arme ungelenk verdreht, steht vor einer zwei Meter hohen Betonwand nebeneinander. Jede von ihnen trägt eine Maske eines menschlichen Gesichts, welche mit einem Gummiband vor das Puppengesicht gebunden ist.

Der zuvor Redende schreitet von der Wand weg, sieht sich noch einmal um und wischt eine Träne von seiner Wange. Er verlässt die Szenerie. Das Knirschen des Kieses unter seinen Füßen entfernt sich, bis es verschwindet.

Die Schallreflexionen der Wand lassen das darauf folgende "Anlegen" und den mehrfach peitschenden Nachhall des "Feuer" unwirklich erscheinen -
4.11.10 23:04
 



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