Zur violetten Quantenpipette
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Kurzgeschichten& "Längeres"

Die Wand der Verflossenen

"Ich grüße Euch, Verflossene!
Doch - wo seid Ihr die ganze Zeit über gewesen?
Real anwesend meine ich, denn in meinen Gedanken ward Ihr immerfort.
Ihr berührtet mein Herz mal stärker, mal lang anhaltender und ließet es blutend, sehnsüchtig oder fraglich blutdürstend zurück.."

Der Redner hielt inne, sein Blick sank zum Kies herab. Als er wieder aufblickte, wurde klar, dass er entschlossen war -

"Der Drang zu ´Mehr´, zu ´Besserem´ ward der rote Faden meines Leidens, immer dem Konjunktiv hinterher hastend, sich nicht zufrieden gebend oder als Person keine Zufriedenheit in Eurem Sinne ausstrahlend.
Was blieb waren Momente der Schönheit, des Schmerzes und der Sucht.
Hiermit winke ich zum Goodbye und denkt immer daran: Es ist nur die Tat ansich!
Die Erinnerung an Euch soll nicht ausgelöscht werden - sie soll jedoch daran gehindert werden, sich immer greifbar präsent in die Jetzt-Zeit einzumischen!"

Eine Reihe von unbekleideter Schaufensterpuppen, die künstlichen Arme ungelenk verdreht, steht vor einer zwei Meter hohen Betonwand nebeneinander. Jede von ihnen trägt eine Maske eines menschlichen Gesichts, welche mit einem Gummiband vor das Puppengesicht gebunden ist.

Der zuvor Redende schreitet von der Wand weg, sieht sich noch einmal um und wischt eine Träne von seiner Wange. Er verlässt die Szenerie. Das Knirschen des Kieses unter seinen Füßen entfernt sich, bis es verschwindet.

Die Schallreflexionen der Wand lassen das darauf folgende "Anlegen" und den mehrfach peitschenden Nachhall des "Feuer" unwirklich erscheinen -
4.11.10 23:04


Die Akademie des Versagens

Damals befand ich mich sich auf einer Reise zum Mittelpunkt der Welt.
Anfangs war mein Zustand ähnlich dem eines gewöhnlichen Versagers - in einer unausweichlichen Lage der ihn kürzlich ereilten Niederlage. Doch als sich diesmal der würgende Taumel meines Misserfolges langsam legte, somit seine kreischenden, sich in mein Selbstbewusstsein hineingrabenen Hiebe zu leisen Schreien verhallten, war nichts wie es vorher einmal war.
Bei zuvorigen Niederlagen stieg mein Geist immer aus den Trümmern jenes Misserfolges heraus, um den Weg für einen neuen Anfang zu bereiten - auch wenn es der Anfang eines erneuten Falls gewesen wäre. Diesmal jedoch verfiel ich dem Unglück und befand mich seitdem im Zustand der Niederlage ansich.
Die Umgebung erschien mir ferner, weit dumpfer - geradezu milchig. Die Realität bot sich meinen Sinnen, wie durch einen Filter dar. In meinen Gedanken sahen mir bekannte, erfolgreiche Menschen auf mich herab - ihr Erfolg erhob sie in überheblich erscheinende Lagen - sie hatten das zu Wollende geschafft und liefen ihren neu gesteckten Zielen entgegen.
Vom Misserfolg in die Knie gezwungen und im Willen geschwächt, missbrauchte ich meine noch übrigen Kräfte: Eine von dem meinigen Versagen ausgehende Wut erhob sich gegen mich selbst. Auch der Zweifel an einen nächsten, vielleicht gelingenden Versuch zum Erfolg, ließen meine Kräfte schwinden.
Damals schlitterte ich von einer Niederlage in die nächste und sank immer tiefer hinab - weg vom Glauben und in die Arme des Zweifels.
Die Akademie des Versagens lehrte mich meine Gefühle zu positivieren.
10.12.10 20:10


Rot

Zeitungsausschnitt der Berner Rundschau vom
06. 08. 1996


Schwerer Verkehrsunfall auf der C18

Gestern ereignete sich auf der Landstraße
Richtung Bern ein schwerer Autounfall, wobei
das Unfallfahrzeug frontal mit einer
Straßenlaterne kollidierte. Die Beifahrerin
verstarb wegen schwerwiegenden Verletzungen
auf dem Weg ins Berner-Schiller-Krankenhaus.
Der Fahrer des Unfallfahrzeuges liegt zur Zeit
auf der Intensivstation des Krankenhauses. Sein
Zustand scheint sich nach der gestrigen
Stabilisierung zu bessern.


12. 02. 1998; Köniz, nahe Bern

-Grau, alles grau.
Die Wolken türmen sich auf, um das, woraus sie
entstanden, abzulassen und die Erde zu
benässen-

Unsicherheit, ein Gefühl, welches mich schon
mein ganzes lang Leben plagt - doch nun ist es
die reinste Hölle! In fast ehrfürchtig betender
Stellung, knie ich in dem Raum meines
Appartements, der ursprünglich für´s Wohnen
gedacht war - doch es ist an der Zeit, seinen
ursprünglichen Zweck umzukehren.
Fingerknöchel, die weiß hervortreten, bilden
einen grausigen Kontrast zum Wegbereiter
meines schier unendlichen Glücks...
Ich bin gespannt, wie die letzten Sekunden an
mir vorbeischleichen werden, unentdeckt werden
sie jedenfalls nicht bleiben!
Der unendlichen Schwermütigkeit als Partner
vereinleibt, werden sie ihr letztes Ticken von
sich geben und dies vollkommen unterstützt
durch die Farbe der Liebe - ROT. Wenn etwas
zu sehr geplant ist, verspürt man eine noch
gewaltigere Angst, als man sie bei spontanen,
wiederum auch alles verändernden
Bewegungsabläufen verspüren würde, da man sich
in die Situation langsam aber stetig hineinlebt.
Diese Angst türmt sich in Folge von
krampfartigen, nicht zu kontrollierenden
Anfällen des Zitterns immer wiederkehrend in
mir auf und steigert sich, im wasten Sinne des
Wortes, zur Todesangst.
- Verdammt, hätte ich doch nur eine, eine
einzelne Zigarette - nur eine gottverdammte
Zigarette -
Als ich mein ursprünglich zum Töten gedachtes,
in der heutigen Zeit jedoch in jedem Haushalt zu
findendes Werkzeug - welches nun in meinen
Händen sich die Macht der letzten Sekunden in
sich vereinleibt - durch einen von meinem
Verstand wohl gezielten Krampf, Richtung Boden
dahingleiten sehe, kommt Ruhe in mir auf...
Ruhe - Mittel zum Zweck, um geplantes Tun
wieder aufzunehmen, um wieder Mut zu fassen -
nahe am Abgrund.
Erleichterung breitet sich in mir aus, als ich im
Schatten des Sofas eine vereinsamte
Zigarettenschachtel auf den richtigen Moment
warten sehe.
Leicht wie eine Feder zieht der Rauch, durch die
Luftströme geführt, seine Bahn in eigenartige
Zeichen.
Nun ist es an der Zeit, ich werde es wagen, sie
wiederzusehen.

Nicht eingeplante Wolken, die sich kräuselnd
verschieben, vom Wind geschoben phantastische
Gebilde formen, jagen mir zum ersten Mal in
meinem Leben große Furcht ein. "Wer denkt, der
lebt", war einer der großen Sätze meines Vaters
und ich versuche so schnell wie nur möglich diese
verfluchten Wolken aus meinem Blickfeld zu
verbannen.
Meine Entscheidung steht fest!
Fest umklammere ich das zuvor Fallengelassene
und spüre wie sich sein Gewicht in meine Hände
legt - sich seine Macht entfaltet - die
unergründliche Macht der letzten Sekunden.
Sie werden über mich Herfallen, mit
Siegesgeschrei..., doch sie täuschen sich, ich bin
mir eines Sieges gewiss!
Wärme steigt in mir auf -
Als ich die Bewegung in Richtung meines
Brustkorbs starte, steigert sich diese
anfängliche Wärme zu einem Gefühl der
vollkommenen Glücklichkeit und mir wird bewusst,
dass ich mir ein Ziel setze...ich werde sie
wiedersehen!
Die lautlos, blitzend lächelnde Entfaltung
seiner Macht, im träumerischen Zusammenspiel
mit der Farbe der Liebe, legt sich wie ein
schwarzer, seidener Schleier um mich; frei und
gedankenlos.
Ich spüre die Lehre und lasse mich in sie
hineinsinken...
Verschiedenste Lichtreflexionen formen sich
zu einer Gestalt, zu mir schauend, um sich
wieder mit mir zu vereinen.
1.8.07 16:42


Sie hätten alles bezahlt...

Es war ein sonniger Tag
und ich getraute mich
Schritt um Schritt
in die Mauern der Fakultät

Auf alles und nichts gefasst
angepisst wegen meinem Nachtgelage
roch ich immer noch nach dem Schweiß der Nacht

Der Prof schaute nicht auf, ohnehin war er Zuhause geblieben
somit vertrieb ich mir die Zeit mit vertrauten Dingen
schaute Röcken und Blusen nach
trat interessiert vor Plakate
tat dies ungeniert so
quasi nur so
und wartete
als auf etwas wichtiges
meinem Gefake entsprechendes

Maša rief an
Ob ich nicht anstelle des abendlichen Treffens an den See kommen möge

Direkt sagte ich zu
wusch meine Achseln am kleinem Waschbecken im Hörsaal
der stark nach einer Erprobung biologischer Waffen
solche
die Menschen ohne Überreste komplett zersetzen
aussah
und machte mich
nach der Vergewisserung im Spiegel
auf
Auf in die Welt
also vierzig Meter ostwärts
Richtung Zoo

Der Prof war nicht erschienen
hoffte ich naiv
und glücklich

Fragen sterben in Anbetracht meines Wissens eh nie
zudem kann man ja auch später alles das
diese Studienangelegenheiten halt
klären

Von Aufschub war hier nun wirklich nicht die Rede

Blüten

Flattermänner
und zwei Dohlen
zu scheu die beiden
vertrieben mir
dank meines Camcorders
die Zeit des Wartens

Das Auto rauschte an
und ich stieg ein

Hi my name is
my name is
Studing
Because Slovenia is really near to
and because the diversity of
From September
Till
Aha
You like
Yeah
the winter really
but the sommer man is
And you know maybe

Das Gefrage halt
Kennt man nun zu genüge
und kotzt ein wenig
doch das Wasser war klar
der Hund mit dabei
das Boot war dicht
und die Schwäne weiß
Sie starteten auf der Wasseroberfläche wie ein Jesus
der gerade vor Deinen Augen übers Wasser rennt

Es war ein sonniger Tag am See
meine Bauchgefühle hatte ich lange zuvor nicht mehr bemerkt
5.5.06 18:32


Tilos Zugeständnis

Tilo ging hinaus in den Süden und hinterließ somit seine Familie und alle seine Freunde.
Er dachte sich: Ja, die Welt entdecken, auch sei es nur ein kleiner Teil, das will ich und das allein, damit ich später über all dies tolle Dinge erzählen kann.
Auch lernen wollte er für sein Leben - wollte erfahren, weiser werden, doch daraus ergab sich im Nachhinein nur, dass er auf seine baldige Zukunft wartete.
Die Zeit wurde kaum genutzt, um die Laufbahn seines Lebens - sein vorher gesetztes Ziel - zu bestimmen. Er lernte auch definitiv nichts Neues bezüglich seines Berufes. Das was er lernte war einerseits, die Tage herum zukriegen und andererseits, flüchtige Kontakte zu knüpfen.
Er reiste umher und dachte sich bei jedem Ort, dass dieser schöner sei, als die Heimat, wurde daraufhin traurig und fragte sich dann, ob das Reisen an sich überhaupt etwas bringe, wenn man unzufrieden war. Denn genau aus diesem Grund war er fortgegangen...
8.12.06 16:09


Reiseimpression

Wir heißen sie -

und natürlich: Herzlich willkommen auf IHRER Reise nach Hause!

Alle sind wie SIE im Irgendwo gestartet und werden nun von Drum`n`Bass-Klängen in Richtung des heimischen Nordens getragen werden -
Danke an unseren DJ Tea! Tea vebeug` Dich doch mal... Ach,
dieses Lachen in ihren träumerischen Funkelaugen.
Ja,
das ist die Tea.

Habe ich mich schon vorgestellt?
Später...
Ohh, die Personen, die diesen rauschenden Lärm mit ihrem unaufhörlichen Gewühle verursachen,
machen SIE sich keine Sorgen, falls der Reisepass verloren gegangen ist - ich habe da meine Konnektions.
Jedoch muss ich sie dann bitten,
im Gepäckraum Platz zu nehmen -

Hier auf der linken Seite,
zu IHRER rechten, stellt sich uns ein wunderbares Beispiel mediterraner Lebenskunst dar - ein bäuchiger, etwas entrig aussehender Einheimischer läuft seinen neu erworbenen Neoprenanzug im frühlingshaften Regen ein. Wunderbar!
9.8.06 11:54


Auf zur Uni!

"Irgendwann wird uns klar,

warum wir uns diese Frage stellten.

Irgendwann scheint die nahe Zeit ferner,

als die Erinnerungen an die Vergangenheit.

Irgendwann, dann ist es soweit;

werden wir den wahren Antlitz sehen, der uns Erhellten."


Morgens. Scheißegal eigentlich, doch die Uni ruft - Nein, sie schreit. Der Verstand schaltete erst nach dem fünften Sekundenschlaf ein und kommandierte ihn aus dem Bett. Saukalt das Zimmer, aber soll ja gesund sein, bei offenem Fenster zu schlafen - egal zu welcher Jahreszeit.

Allmählich stellten sich seine schlaftrüben Augen auf die, durch die Jalousie durchgestoßenen Lichtfetzen ein und begannen sich damit abzufinden, dass der Wecker quäkend die davonrinnende Zeit verkündete. Na, mit Waschen war wohl nix mehr! Erstmal - zehn Minuten waren es ja noch - ein Glas Wasser, was gar nicht so leicht ist, wenn man sich nicht gerne mit der Boxershorts bekleidet von den Mitbewohnerinnen auf dem Flur "Guten Morgen" wünschen lässt.


Die Tür fiel ins Schloss. Er zögerte. Schon merkwürdig, dass es ihn hier hinauszog, aber eines hatte dieser Ort: Im Treppenhaus fühlte er sich nicht heimisch! Also, ab durch die Zwischenhölle und raus in die Freiheit. Jedoch wurde im verhallenden Türschnappen nicht ganz klar, was da nun gerade ausgeschlossen wurde. Fuck - wäre er doch im Bett geblieben! Seine Hand schnellte aus der Anoraktasche, erreichte die linke - Fuck - die rechte Jeanstasche, die Arschtaschen. Der Schlüssel war in der anderen Hose. Und die oben.

Scheiß drauf, dachte er bei sich und hatte im vollen Lauf genüge damit zu tun, sein Kleingeld beisammen zu halten. Seine Mitbewohner würden ihm schon aufmachen, hoffentlich war später wer da. Der Bus bog grade um die Ecke. Seine Lungen stellten sich schon auf einen Quer-durch-die-Stadt-Sprint ein, um die nächste Bushalte anzusteuern, doch der Busfahrer hatte heute seinen Sozialen. Nach einem echt arschigem Anfahrfake und der darauf folgenden Bremseinlage, öffnete sich die Tür.


Dem Busfahrer zeigte er den zerflederten Studentenausweis, der damit echte Probleme hatte. Seine zusammengekniffenen Augen taten nichts Besseres daran: Der Ausweis sah halt so aus.

Um dem Busmenschen bei der Bewältigung seines Arbeitstages etwas beizustehen, hielt er sein Semesterticket so, dass es sein Passfoto nicht mehr überlappte und ging den Gang entlang. An den musternden Gesichtern vorbei, wusste aber wohin er wollte und peilte somit die letzte Rückbank an. Eine Schweißperle löste sich und tropfte zu Boden. Erstmal verschnaufen. Der Studentenausweis wanderte zurück in seine Jeanstasche. Den könnte er mal reparieren, wie so viel. Seine Hose hätte es auch mal dringlich nötig. Im Winter mit frei aufgerissenem Arsch seine neusten Boxershorts vorzuführen, ist ja irgendwie punkig, hauptsächlich aber kalt. Außerdem wollen dann auch nicht immer die Mädchen aus seiner Clique "mal fühlen".


Busfahren ist krass. Erst einmal muss man sich einen Platz suchen, was gar nicht mal so einfach ist, da man einerseits auf Ältere - ohh, wie vorbildlich - , auf für Ältere reservierte Plätze, die mit dem Behindertenschild ausgezeichnet wurden - Apropos Behindertenschild: Ist es nicht geradezu denunzierend sich als alter Mann auf einen Behindertenplatz zu setzen, auch wenn kein anderer mehr frei ist? Unserereiner setzt sich aus purer Anarchie dorthin, wird aber wieder - jaja, die gut Erziehung - aufstehen, um dem Bedürftigen Platz zu machen - und auf potentielle Gewalttäter Rücksicht nehmen muss.

Nun, das mit den Gewalttätern ist einfach zu umgehen. Man stelle seinen Körper für die nächsten zehn Minuten auf die Rolle des überaus coolen, selbstbewussten und, wenn´s denn sein muss: schlagkräftigen Typen ein, und das Problem mit den aufmuckenden Hirnis ist meist hinweggeblasen. Doch die älteren Mitbürger machen es einem oftmals schwer.

Würde man beim Halten des Busses an der Haltestelle alle Greise und Bedürftigen vor einem in den Bus lassen, hätte das die folgenden Konsequenzen: Man käme nur schwer an ihnen vorbei oder erst gar nicht in den Bus hinein. Die Vorgelassen bleiben nämlich allzu gern vorn. Nein, weitergehen ist ja zu gefährlich! Und deswegen ist der vorderste Raum in der Nähe des Busmenschen auch der Beliebteste. Den Stress und sich dann erst einmal - mit Rücksicht auf Verluste - vorbeiquetschen zu müssen, kann man sich ersparen, indem man als einer unter den Ersten den Bus betritt.


So auch heute.

Ohne diese Clevernis (als erster eingestiegen zu sein), hätte er nicht schon die Übernächste rausgekonnt, um umzusteigen.

Sofortig wurde der nächste Bus gestürmt und die Rückbank in Beschlag genommen. Er war der Schnellste. Die Sonne, die in seinen Nacken schien, ließ ihn schaudern. Sein Verstand blendete die murmelnde Kulisse vor ihm aus und konzentrierte vollends sich auf das, was draußen vor sich ging.


Von der Sonne sichtlich begeistert, ließen die Menschen alle Hüllen fallen. Pfeifend, schimpfend, triumphierend und lächelnd zogen sie an den Busglasscheiben vorbei. Ein Glück, dass der Bus schwer daran zu schaffen hatte, sich, inmitten der Innenstadt, eine Gasse durch die Menschentrauben zu bahnen. Er hatte alles im Blick.

Ein Platz auf der Rückbank war einfach das Beste, zumal er einerseits den Überblick, naja - die absolute Kontrolle - über die übrigen Mitreisenden hatte und sich zudem mehr und mehr mit diesem gigantischen Beinfreiraum anfreundete. Die Arme auf den übrigen Rückenlehnen der Sitzreihe ausgestreckt, versuchte er, die ihn umringenden Mädels, mit Hilfe einer Skala von eins bis zehn, zu beurteilen. Er kam sich vor, wie ein schuppiger, mariner Aquariumbewohner, der sein Schwimmgefäß in einem gut besuchten Popartmuseum wieder fand.


Wieder einmal bestätigte sich seine früher getätigte Feststellung, dass diese Stadt mit langhaarigen, blonden Mädchen geradezu überfüllt war. Es war, als wenn man in China wäre und alle gleich aussehen. Gleich und geil. Na, jedenfalls die Girls vor seinem Busfenster, manche trugen sogar Minirock - im Winter! Andere solch ein tiefes Dekolleté, das die Sonne noch mehr hätte durch die Hinterscheibe knallen müssen, um gegen den warmen Schauer anzukommen, der diese ausladenden Einblicke hervorbrachte.

Eine war besser als die andere. Wenige `Mittelmäßige´ waren an diesem Tag im Stadtzentrum. Entweder waren sie hui oder richtig hässlich.

Achten waren zu Hauf vertreten. Auch Siebenen und hier und da mal ne Neun. Seine Zehn, so dachte er sich, die ihn hoffentlich bald erlösen würde, wird jeden umhauen. Blöderweise muss sich eine Zehn zu einem großen Anteil durch den Charakter definieren - sonst wäre es nur eine Neun. Das hieß: Er musste mit ihr sprechen! Und genau das war das Problem.

Er konnte sich einfach nicht vorstellen, wie er dabei vorgehen sollte. Wie sollte es ihm gelingen eine Neun, eine Göttin einer Frau, ein Wesen so zärtlichen Anblicks, dass im Spiegelbild ihrer Wollust, der Begierde, in seinen Gedanken, einem feuchten Traum gleich kam - wie sollte es ihm nur gelingen.

JETZT, bitte, komm' durch die Tür und setz dich neben ihn.


Die meisten Neunen waren sowieso eingebildet und blieben Neunen, schob sich diese eine flüchtige Ausrede in seinen Kopf, die ihm die schwindend geringe Chance, unter Neunen eine Zehn zu finden, einredete. Hochnäsig eingebildet und dann noch selbstbewusst. Er hatte nichts gegen Frauen, die bewusst ihrem Selbst nicht scheuen oder gar fürchten. Nein, starke Frauen, die nicht denken was sie sagen würden, sondern direkt ihren Gefühlen freien Lauf lassen und auch mal eine dicke Lippe riskieren, sind sexy. Und unberechenbar. Da ist nichts mit >Hmm, will den mal nicht verärgern und ihm sagen, wie scheiße der aussieht und dass er bei mir eh keine Schnitte hat< , sondern würde man bei dieser Art von Frauen in solch eine prekäre Situation kommen, sollte man immer eine Portion Selbstironie, Ohrstöpsel und Missmut zum Frust bereithalten. Es wäre dann ratsam, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen. Obwohl es ja die ehrliche, Gerade-Heraus-Gesagt-Meinung, einer zu schätzenden Persönlichkeit war. Misserfolge müssen halt eingesteckt werden.
28.8.07 12:45


Vulkanausbruch -

Ein Vulkanausbruch wurde vorhergesagt - wir reisten an.

Die Charaktere:
Ein extrem abenteuerlustiges Mädchen - gefahrliebend
Ein Mitläufer und ich

Wir machten uns über den besten Platz kundig, an dem wir das Spektakel aus nächster Nähe beobachten konnten, doch musste er zudem sicher sein.

Unser Ziel war daraufhin eine benachbarte Bergspitze.

Die dem Spektakel angrenzende Stadt hatte eigens für den Ausbruch einen Aussichtsskyscraper, mit einem 1000 Leute fassenden Aufzug, der zu einer riesigen Plattform auf dem Dach führte, errichtet. Dieser Tower ragte unmittelbar neben dem Vulkan in die Höhe.

Unbedingt und somit unabbringbar von der Idee, wollte das Mädchen auf diese Aussichtsplattform gelangen, die wir, von der benachbarten Bergspitze aus, sahen. Wir konnten sie nicht alleine gehen lassen.

Nach kurzer Zeit des Harrens auf dem Dach des Gebäudes fanden wir den Kompromiss, einem guten Aussichtsplatz im Tal aufzusuchen.

Der Vulkan brach nicht aus.
9.8.06 11:22


Kaffee

"Den Mut,

den ich geglaubt zu fassen

aus kommenden Taten,

die sich mit Verlaub drauf eingelassen,

im Nebel vollends zu verblassen,

mich alleine zu lassen,

war des Suchens zu wertvoll"


Es war erstaunlich, gleich zwei solcher Schönheiten an solch einem Tag zu erblicken - Nun, eigentlich wollte er ja nur einkaufen.

Ziemlich abwesend, packte er hastig die wichtigsten Lebensgrundlagen in seinen Tragebeutel. Beim Versuch, so oft wie irgend möglich, einer von den Beiden im Weg zu stehen, wurden Preise, der zu kaufenden Ware, echt unwichtig. Rechnen war eh nie seine Stärke gewesen und zudem und sowieso: Wofür gibt´s den sonst EC-Karten? Er dachte schon daran, eine, naja - die Eine von den beiden, die er noch erwischen würde, bevor sie das Lidlverkaufshaus verlässt, nach einem Kaffeedate zu fragen. >Lust mit mir einen Kaffee trinken zu gehen< oder >Hey, ich würde Dich gern mal bei einer Tasse Kaffee einiges über Dich ausfragen< Hmm... , er grübelte noch, während er an der Kasse am Rollband anstand.

Dann sah er die Eine.

Eine absolute Fickpersöhnlichkeit. Halt diese Art von Frauen, die einen das Erstmal aufgrund ihrer Schönheit und nur aufgrund ihrer Schönheit auffallen. Es ist das von ihnen ausgestrahlte Sexappeal, welches diese Art von Frau auf einen aufmerksam werden lässt: Sie, eine enge Hose mit königlichem, zu erahnendem Arsch, bei dem jeder Fotograf bettelnd auf den Knien ihr zu Füßen gekrabbelt wäre, um sich später bei der Erinnerung daran einen runterzuholen, wie er sie dazu brachte, ihm die eigentlich echt ätzende Modekolektion x vorzuführen.

Alles stimmte, um auch jeder einzelnen Synapse, in seinem vor Triebvorstellungen benebelten Hirn, den Befehl zu geben, die Kassiererin anzuschreien, damit endlich der Highspeedknopf für dieses evellige Rollband betätigt wurde. Die andere stand am gegenüberliegenden Band neben sich.

Sah er in ihre, in diese träumerischen Augen, hoffte er nur, dass sie sein Wollen nicht erahnen konnte. Sie sah ihn überhaupt nicht. Er war irgendwie verlegen genug, nicht den Versuch zu unternehmen, ihren Blick auf ihn zu richten. Die Kurzsichtigkeit wäre aber auch eine Erklärung für dieses Phänomen gewesen. Zumal die Schönheit am Packtisch definitiv so weit weg war, dass er ihre Rucksackmarke nicht entziffern konnte. Doch war er sich sicher, dass sie sich, hingegen der anderen, die ja quasi neben ihm stand und ja hätte anfangen können zu sprechen(!), nicht an seinen ausziehenden Blicken störte.

Der Packtisch vor ihr war fast leer und er schaffte es nicht, einen schlechten Eindruck bei seiner unbekannten Nachbarin zu schüren, indem er jetzt endlich mal die Kassiererin anschrie.

So stand er wartend vor seiner linksseitigen Bandablage, die aus Milch, Nudeln, Fertigsoße, diversen Brotauftrischen, naturaly Brot und drei Packungen Möhrensaft bestand.Das Band bewegte sich und Lidl verabschiedete einen zahlungsfreudigen Kunden. Ihre Sachen fertig zusammengerafft, folgte die Packtischfrau dem Kunden, der soeben noch eine ganze Horde bandwartender Bandableger mit seinen großen Scheinen in Schach gehalten hatte, und ging, ihren eben vollgepacken Rucksack auf dem Rücken, in Ausgangsrichtung. Dieser Gang, er war unbeschreiblich.

Hüften, die allen Gesetzen der Aerodynamik zu trotzen schienen, wogen sich ihre Bahn durch gestresste Einkaufende, hinterließen mitreißende Mimikstudien bei Bewunderern und erreichten die Schwingtür. In einer Hand hielt sie zudem eine volle Lidltüte. In der anderen ihre schwarzen, glatten, glänzenden Haare, die sie mit der Bewegung des Türaufstoßens, ( Wow - mit dem Fuß - was für eine Frau ) mit sich nach draußen in den Regen beförderte.

Egal.

Die andere Chance auf einen Kaffee stand ja neben ihm.

"Hey, das ist ja ein Zufall, ich wollt Dich grad anrufen." Eine Freundin, die mindestens ihrem Kaliber entsprach, kam dazu. "Das ich Dich hier treffe; bist Du auch auf Bastis Geburtstag am kommenden Dienstag? Der hätte bestimmt auch nichts dagegen, wenn ich Dich einfach..."

War ja klar! Nun würde es schon schwerer sein, an die Telefonnummer dieser, nun wohl mit einer ihrer Freundinnen quatschenden Superbraut zu kommen. Er konnte halt nicht beide zu einem Kaffee mit ihm überreden. Nee!

Ein Profitieren aus Erlebten, um sich weise dieser Situation entgegenzustellen, um zu handeln, war auch nicht drin! Keine wage Erinnerung, um einer Lösung oder wenigstens einer Einsicht nahe zu kommen! Seine bisweiligen Erfahrungen konnten, egal wie sehr er sich darum bemühte und in sich kramte, keine ähnlich abgelaufenen, erlebten Ereignisse zur Bewältigung dieses Problems heranziehen. Er kam einfach nicht mehr mit: Rechtsseitig dieses rasende Gespräch, zu seiner linken eine Kassiererin, die um Geld bettelte, vor sich eine neue, da ihm noch nicht aufgefallene, räkelnde Packtischschönheit und hinter ihm: Seine zeitweilig Bekannten, die Bandableger.

Irgendwie begeistert von seinem baldigen Austreten aus dieser ´Arbeitsgemeinschaft abwesend wartender Bandableger´, ließ er einen Zwanni über die Plexiglastheke springen und verließ die Schlange dieser ausgebrannten Hirnis.

Sein Wechselgeld samt Bon einfach in die Hosentasche stopfend, erhaschte er beim vorbeigehen, einen Blick Spitze dieser räkelnden Südsee-Packtisch-Schönheit, die anscheinend müde war, aus Japan oder so kam und gerne nackte Haut zeigte, natürlich unter dem Vorbehalt des gnadenlosen Streckens und Beugens ... vor auserwählten Personenkreisen!

Das Gespräch hielt immer noch an und vor Bewunderung steif starrend, schaffte er es nicht mitzumischen. Würde sie dann halt mit ihrer Freundin Kaffee trinken gehen!

Sie, die unbekannte Dazugestoßene, schien reifer zu sein, als seine entschwundene Hoffnung auf einen neuen Handyeintrag. Nein, sie schien sich wichtiger zu nehmen: Trohnte auf ihrem eigens erschaffenem Polster ihres Selbstbewusstseins und tat äußerst zeitgeplagt.

Und die andere -

Hätte er doch... wäre er doch früher, als er sie das erste Mal am Puddingregal sah, auf die Idee gekommen, ihr den Weg zur Katzennahrung abzuriegeln; sie um eine Sekunde gebeten und gefragt, wie ihr Name wäre. Nur um vor ihr zu stehen. Um in ihre kindlich blauen Augen zu schauen, nachdem sie sich, verlegen und geschmeichelt von dieser Anmache, ihr seidig funkelndes, blondes Haar aus dem zum Verlieben geschaffenem Gesicht streichen würde.


- Bewundernd, sich sein eigen Traumbild schaffen - vom Engel -


Draußen regnete es immer noch, und inständig hoffte er auf der Straße noch diejenige zu erblicken, die eben noch eiligst ihre Taschen gepackt hatte. Doch keine Frau zu sehen. Naja, keine mit solch einem Rucksack.

Er ging zur nächsten Bushalte. Auf dem Weg dahin hatte er immer noch die umliegende Menschenmasse im Blick, die sich anonym durch den Regen schob.

Ok, eigentlich mag er gar keinen Kaffee, aber ist es nicht ein legitimer Spruch, der nicht allzu sehr verschreckt?

Eines wusste er ganz genau: Er brauchte eine Frau!
28.8.07 12:48


Besinnung

Die Sonne ging auf. Ihre seidiggrünen Lichtschatten wanden sich durch das Dickicht und ließen nicht zu, dass auch nur irgendetwas ungesehen blieb.
Jedenfalls oberflächlich legten sie alles brach; den Augen eines Betrachters frei zugänglich.
Collins regte sich. Anscheinend bemerkte er unterbewusst die Veränderung seines Umfeldes. Seine Augen nahmen nun das immer stärker werdende Licht durch die Lider war und gaben die Information des Tagesanbruchs weiter.
Collins schreckte auf. Hastig wurde sein Blick durch schnelle Kopfwendungen in die umliegende Gegend geworfen, doch nichts erregte seine Aufmerksamkeit. Außer, dass er in Folge der Bewegung einen beißenden Schmerz, so wie ein immer und immer wiedermaliges einbrennen eines aufgedrückten Brandeisens in der linken, hinteren Nierengegend spürte.
Er war eingeschlafen.
Falls die Leute der Vareline-Coorperation ihm noch auf den Fersen waren, musste er schnell weiter. Sein plötzliches aufraffen, spannte das blutverklebte Hemd und ließ die über Nacht daran festgekrustete Wunde wieder aufreißen.
Er sackte auf die Knie, sank den Kopf und rang um seine Besinnung.
30.8.06 18:19


Videoschaun

Lisa war wie angekündigt vorbeigekommen und saß vor ihm auf weißem Futon. Ein auf >Mute< gestellter Fernseher zeichnete Cartoons. Leise lief `Today is the Greatest´ von den Smashing Pumpkins im Hintergrund. Während ihrer Unterhaltung zog, der mit Bildern werfende Bildschirm, immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.

- Diese aufleuchtenden Zähne: Perlweiß, blitzend blendend, einem sanft die Sinne raubend, seicht einem jene Träume träumen -

Er berührte mit seiner Fußinnensohle leicht ihren Po. Sie, in ihrem Redefluss ungebremst und der Bewegung nicht abgeneigt, oder diese als unachtsame Fußstreckung seinerseits abgetan, gestikulierte weiter wie wild mit ihren Händen. So wie es natürlich war, dem notwendigen Vorkommen gerecht, maßte er seine Hand an, sich auf ihr linkes angewinkeltes Bein zuzubewegen. Seine Hand berührte in dieser fließenden Bewegung zunächst den zerrissenen Soff ihrer Strumpfhose so, dass alle Nervenenden , die feinen, vom Stoff abstehenden Härchen spürten. Nun - Hand war geparkt. Ihre Körpertemperaturen glichen sich so unbegreiflich, dass ihm der erleichternde Gedanke in den Kopf flog, sie würde sein Wollen nicht nur erahnen, sondern wollend zustimmen. Naja, deswegen hatte man sich ja verabredet.

Der Codename: Videoschaun.


"Theatralisch verneigt sich die rauschende,

mir entgegenkommende

Woge des Zumuts.

Einem lau-sanftem Luftzug gleich,

legt die empfangende Freude,

zärtlich mit Frauenhand,

weiches Wohlbefinden auf meine Haut"


Wild sah es aus. Die Klamotten waren im ganzen Zimmer zerstreut, auch schien sich niemand daran zu stören, dass die im Cd-Player rotierende Cd, ihren letzten Song ankündigte.

Was er wahrnahm, war ihr Hinterkopf und wie sie an ihm herumarbeitete. Ihre Hände - mal vorsichtig, dann entschlossen, doch immer bewusst - glitten über seine Haut. Sinnliche Wallungen ließen ihn die Augen verdrehen, die Hüfte emporschieben. Animierend schenkte es ihren Händen mehr Halt und die Zuversicht, das Richtige zu tun. Ihr Atem wurde schneller.

Die ansteckenden Wirkung ihres allemal erregenden Luftsaugens verfehlte seine Wirkung nicht und steigerte seine allmählich immer mehr aufkommende Lust. Seiner Lust zur Extase.

Locken wurden zu virkosen, schlängelnden Wellen, die Ohren rauschten betäubend - der überirdischen Macht ihrer Bewegungen schier verfallen. Ausgesetzt war er ihrer Leidenschaft.

Ihren Bewegungen simultan, jeden auf dem Weg befindenden Muskel in seinen Bann ziehend, nahm der hinter seinen Augen entstehende, grünfarbene Schleier langsam seinen Weg auf. Unaufhaltsam - seinen Körper immer und immer mehr beherrschend, sich zähflüssig - pochend - ausbreitend.
Heißer Schweiß durchtrieb seine Poren.

Sie, seine baldige Extase wohl erahnend - Luder - ließ ihre Zunge kreisen und knetete zugleich. Der wohlwonnende grüne Schleier zerberstete seine Bauchmuskeln und legte sich um seine Lenden, eroberte und gewann.

"Hey, hast du was abbekommen?", konnte sein zerrappelter Verstand unter Hilfenahme seines zitternden Körpers über die Lippen bringen. Der lockige Hinterkopf verharrte; staunend begeistert? Wie schön ihr Busen aussah.

"Hast du Taschentücher?"

Mit einem "Nee" nahm er seine Boxershorts, küsste auf ihre linke, wischte über ihre rechte Wange und schickte sich an, diese cremig, süßlichrichende, wie auf einer Staffelei entstandene Mixtur zweier ineinander überlaufender Weißtöne, zu begutachten. Ungläubig schmunzelnd tappte sie mit ihrem Finger auf seinem, nun etwas klebrigen, Bauch herum.

"Hmm, komisches Zeug."

Grinsend erschöpft und einfach nur: rundum befriedigt, wurde diese Lehrstunde über die `samenhaltigen Augüße des Mannes´ von dem folgenschweren Gefühl des zuvorigen Orgasmus hinweggefegt.

"Thanks!" Sie küsste, umarmte, drückte ihn, was einfach nach einer Dusche schrie.

Doch wollte sie anscheinend keine. Nicht das es ihm egal war, aber... plötzlich wurde ihr Körper durch einen solch derartigen Energieschub durchfahren, dass sie lächelnd auf seinem Bauch sitzend die Oberhand gewann und ihn auf der Matratze festnagelte. "Bin stärker, siehst Du?"

Noch durch das zuvorige Herumwirbeln etwas verwirrt, zog er sie an sich. Ihre Lippen berührten einander und er spürte wie eine Hand langsam seinen Bauch hinabglitt. Die andere krallte sich in seine Haare. Küsse, Hitze, Wolllust.

"Liebst du mich?"

Man kann gar nicht anders und so wurde seine Umarmung leichter. Grade war seine Begierde vergleichbar mit der höchsten Stufe eines Gasherdes gewesen, auf dem man vier Töpfe gleichzeitig zum brodeln bringt, doch nun war er eher eine elektrische Kochplatte - weiß, harmlos, zierlich und sogar mir einer eingebauten Sicherung versehen. Damit, wenn er denn dochmal noch rotglühend in Fahrt kommen sollte, die Sicherung rausspringt.

Alles in allem schien ihm dieser Fragesatz wie ein 500 Wattstrahler in die Augen. Er wusste nicht um seine Orientierung. Was sollte er sagen? Wortfetzen tanzten ähnlich, wie die vom Strahler hervorgerufenen weiß-blauen Punkte vor seinen Augen herum. Die Wahrheit war das ganze Bild. Alle tanzenden Punkte miteingeschlossen, zu einem Satz geformt - jeder einzelne wäre nur Improvisation!

Die Zeit drängte. Lisa sah nach seiner Reaktion so aus, als hätte er eine Grimasse aufgesetzt. Zum Glück kannte sie den Ausdruck seiner Vewirrung noch nicht und so schaute sie ihm fragend in die Augen. Im ersten Moment konnte er nur zurückschauen. Warum diese Frage? Und so unverhofft! Zack, da war sie, rein in den Gehörgang und ab ins Sprachzentrum. Los komm schon, verdammtes Sprachzentrum, sonst braucht er dich nie!

Ihm kam es so vor, dass er sich, während er sprach, immer weiter von ihr entfernte. Nur, dass es unmöglich schien - sie hielt ihn fragend fest.

"Lisa, wie kommst du darauf; hab ich etwas falsch gemacht?" Man kam er sich clever vor: eine Gegenfrage, und diese getarnt durch eine Schuldzuweisung seinerseits - was wohl anschließend nur bedeuten konnte, dass sie seine Schuld (hehe, sie mag ihn) von ihm abweisen würde. Das wiederum bedeutete einen wichtigen Zeitaufschub...
28.8.07 12:50





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